TAUBACH

Taubach, Ansicht von Mellingen

Taubach, Ansicht von Mellingen

Taubacher Geschichte(n)

Über die Glocken der Taubacher Kirche St. Ursula ist vor 1755 nichts bekannt. 1995 wurde eine neue Bronzeglocke geweiht.

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Über die Glocken der Taubacher Kirche St. Ursula

ist vor 1755 nichts bekannt (dem Verfasser). Jedoch müssen Glocken vorhanden gewesen sein, da beim Turmbau 1600 deren Seilwerk erneuert wurde.

Für 1755 ist ein Glockenguss verzeichnet, der 40 Taler und 16 Groschen kostete.

Die kleine Glocke zersprang vermutlich im Jahre 1772; sie wog 3 Ztr. und 9 ℔ (154,5 kg). Sie wurde 1784 durch die Glockengießerei Ullrich in Apolda umgegossen und am 26. Mai 1784 den Taubachern zurück gegeben. Die neue Glocke wog nun 3¼ Ztr. und 17 ℔ (171 kg). Der Umguss kostete 25 Reichstaler, hinzu kamen 13 Taler 7 Groschen und 6 Pfennige für ¼ Ztr. und 8 ℔ (16,5 kg) Bronze sowie für Befestigungseisen, Joch, Stockhals, Riemen und Trinkgeld nochmals 6 Taler und 6 Groschen. Die Hälfte des Gesamtbetrages von 44 Talern 13 Groschen und 6 Pfennigen zahlte die Kirche, die andere Hälfte die Gemeinde Taubach. Die Glocke hatte einen Durchmesser von 70 cm und war mit einem Fries mit einzelnen Schildern und Troddelwerk (Quasten, eventuell umlaufende Kordel) sowie dem sächsisches Wappen verziert.

Am Pfingstmontag des Jahres 1788, es war der 12. Mai, brachen die Henkel der großen Glocke beim Ausläuten, worauf die Glocke auf den Turmboden herab fiel. Am 15. Juli des Jahres wurde die Glocke von der Glockengießerei Ullrich aus Apolda zerschlagen und dort umgegossen. Ende September war das Geläut wieder vollständig. Der Umguss kostete insgesamt 92 Taler und 10 Groschen, was wieder von der Kirche und der Gemeinde Taubach je zur Hälfte getragen wurde. Die Glocke hatte einen Durchmesser von 105 cm und war ebenfalls mit einem Fries mit einzelnen Schildern und Troddelwerk sowie dem sächsisches Wappen verziert.

Ein weiterer Glockenguss einer dritten Glocke soll 1860 erfolgt sein, über welchen (dem Verfasser) aber bisher nichts weiter bekannt ist.

Im Jahre 1917 wurden die Glocken der Taubacher Kirche St. Ursula für den militärischen Bedarf des 1. Weltkrieges eingeschmolzen. 1923 ließ man Ersatzglocken aus Eisenhartguss bei der Firma Schilling & Lattermann, Apolda/Morgenröthe, gießen.

Die kleinere dieser beiden Glocken hat das Nominal (Schlagton) d2, einen Durchmesser von 840 mm und Gewicht von 250 bis 680 kg - die Quellenangaben hierzu sind stark unterschiedlich, vergleichbare Glocken der Gießerei aus dieser Zeit wiegen etwa 250 bis 300 kg. Die Glocke trägt am Hals die Nummer 1328/23 und an der Schulter zwischen zwei runden Reifen oberhalb und einem runden Reifen unterhalb die Reliefschrift "EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE" sowie zwischen zwischen zwei Blüten die Jahreszahl 1923. Die Flanke ziert ein Kreuzrelief. Die Glocke dient heute auch als Uhrglocke für den Halb- und Stundenschlag. Die größere Glocke, welche heute im Kirchenschiff ausgestellt ist, hatte den Schlagton h1, wiegt je nach Quelle um die 400 kg, trägt am Hals die Nummer 1328/23 und an der Schulter zwischen zwei runden Reifen oberhalb und einem runden Reifen unterhalb die Reliefschrift "IN KRIEGSGEBRAUS ZOG ICH MIT AUS. (neue Zeile) KEHRT NICHT NACH HAUS. (neue Zeile) GEMEINDETREU SCHUF MICH AUF'S NEU." Auf der gegenüberliegenden Schulterseite befinden sich die Jahreszahl 1923, zwei Blüten und die Jahreszahl 1917. Zusätzlich ziert ein Tatzenkreuz die Flanke der großen Glocke.

1995 wurde die größere Glocke durch eine neue Bronzeglocke der Karlsruher Glockengießerei Bachert ersetzt (h1). Diese hat einen Durchmesser von 845 mm und wiegt 382 kg. Verziert ist die Glocke am Übergang vom Hals zur Flanke mit einem Reifen, in der oberen Hälfte der Flanke mit der Reliefschrift SOLI DEO GLORIA und dem Relief eines Lamms mit Kreuz sowie am Wolm am Übergang zum Schlag mit einem Ring über welchem sich die Reliefschrift ST. URSULA, TAUBACH ANNO DOMINI 1995 befindet.


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