TAUBACH

Taubach, Nordseite des Kirchplatzes, v.l.n.r. Wohnhaus aus dem Jahr 1912, Neue Schule, ehemaliger Schulhof mit als Vereinsgebäude genutzter Lebensmittelverkaufstelle, Alte Schule, Ilmtalstraße, Kirche St. Ursula.

Taubach, Nordseite des Kirchplatzes, v.l.n.r. Wohnhaus aus dem Jahr 1912, Neue Schule, ehemaliger Schulhof mit als Vereinsgebäude genutzter Lebensmittelverkaufstelle, Alte Schule, Ilmtalstraße, Kirche St. Ursula.

Taubacher Geschichte(n)

Die erste Taubacher Schule ist für das Jahr 1554 nachgewiesen und wurde 1637 von Soldaten der Kaiserlich-Götz'schen Armee niedergebrannt.

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Die erste Schule in Taubach

wurde in der Mitte des 16. Jahrhundert erbaut. Die Schulmeister, die früher auch Ludimagister genannt wurden, hatten neben ihrer Lehrtätigkeit auch für die Gemeinde und die Kirche tätig zu sein. Diese Schule wurde von Soldaten der Kaiserlich-Götz'schen Armee bei ihrem Durchzug im Jahre 1637 niedergebrannt.

- - Abschnitt ist in Vorbereitung und der Rest leider noch sehr holprig. - -

1858 wurde der Bau einer neuen Schule beschlossen und begonnen. Noch im selben Jahr konnten die Rohbauarbeiten einschließlich der Dacheindeckung abgeschlossen werden. Im folgenden Jahr erfolgte der Innenausbau und die Schule konnte am Donnerstag den 17. November 1859 abgenommen werden. Das Schulgebäude wurde am darauf folgenden Montag, dem 21. November 1859, feierlich eingeweiht. Hierzu trafen sich gegen zehn Uhr der Taubacher Gemeinderat sowie der Kirchen- und der Schulvorstand um die Schulkinder abzuholen, welche bereits ganz aufgeregt in der alten Schulstube warteten, und zu ihrer neuen Schule zu bringen. Dort angekommen übergab der damalige Herr Bürgermeister Gottschalg den Schulschlüssel an Herrn Schulmeister Hinkel. Insgesamt besuchten damals 63 Taubacher Kinder die Schule.

Wegen steigender Schülerzahlen wurde ein weiteres Schulgebäude benötigt, welches 1914 fertiggestellt wurde. Allerdings konnte erst nach dem Ersten Weltkrieg ein zweiter Lehrer gefunden werden, welcher 1919 seine Unterrichtstätigkeit aufnahm. Im Keller der Neuen Schule wohnte auch der Zuckertütenigel, auf dem man Reiten musste, um eine Zuckertüte bei der Schuleinführung zu bekommen, so erzählte man es jedenfalls den Schulanfängern.

Zu Beginn der 1930er Jahre stieg die Schülerzahl der Taubacher Schule wieder an, so dass 1933 der Herr Schulhelfer Fritz Möder vom Herrn Schulleiter Erich Pfeiler in sein erstes Amt eingeführt wurde. Die Schule hatte nun 3 Klassen.

Im folgenden Jahr verließ Herr Oberlehrer Pfeiler zu Ostern die Taubacher Schule und zog nach Altenburg, Anfang September verzog Herr Lehrer August Wieber, der den Viehversicherungsverein in Taubach gründete und im Gesangverein sowie im Sportverein tätig war, nach siebenjährigen Wirken in Taubach nach Bergsulza.

Von 1931 bis 1943 bestand der Berufsschulverband Mellingen, welchem die Ortschaften Mellingen, Taubach, Lehnstedt, Mechelroda, Kiliansroda und Oettern angehörten. Nach dessen Auflösung mussten die Berufsschüler dieser Orte am Berufsschulunterricht in Weimar teilnehmen.

Am Anfang der 1940er Jahre war die 1. Klasse in der Schule an der Ecke Weimarische/Lehnstedter Straße untergebracht, welche nach dem dort unterrichtenden Herrn Lehrer Tänzer im Volksmund auch "Tänzerschule" genannt wurde (heute abgerissen). Die 2. Klasse wurde im Klassenraum im Mellinger Bürgermeisteramt unterrichtet und die 3. sowie 4. Klasse gemeinsam im unteren Klassenraum der Mellinger Alten Schule. Im Klassenraum der Taubacher Neuen Schule wurde den Schülern der 5. und 6. Klasse Unterricht erteilt; der Klassenraum der Taubacher Alten Schule wurde als Kindergarten genutzt und stand nicht zur Verfügung. Die 7. und 8. Klasse erhielten ihren Unterricht im oberen Klassenraum der Mellinger Alten Schule. Bei Fliegeralarm wurden die in Mellingen beschulten Kinder in den Kellern unterhalb der Burg in Sicherheit gebracht.

Da es damals noch keine Schulbusse gab und es auch nicht üblich war, dass die Eltern ihre Kinder mit dem eigenen Pkw bis zum Platz im Klassenraum fahren, mussten die Kinder zur Schule laufen. Für einen Erstklässler von Taubach bis zur Tänzerschule am anderen Ende von Mellingen - da hatten die Kinder schon viel zu leisten. Kamen dann noch Wind und Schnee hinzu, die Hohle am Ortsausgang von Taubach zugeweht, wie im besonders kalten Winter 1944/45 - Zärtlinge waren diese Kinder ganz gewiss nicht. Traf der von Taubach nach Mellingen ziehende Trupp auf die in umgekehrte Richtung ziehende Schar, gab es auch zuweilen ein kleine Rangelei - oder auch eine größere, nachmittags konnte man sich erneut das Mütchen kühlen.

Religionsunterricht für die Taubacher Kinder gab es in der Kirche, bei schlechtem Wetter wich man in die Schule aus.


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